Papier und Pappe
Papier ist aus unserem Leben nicht mehr weg zu denken. Anstatt sich das papierlose Büro durchsetzt, ist in Deutschland der Papierverbrauch Pro-Kopf in den letzten 55 Jahren um rund 700 % gestiegen. Heute liegt Deutschland beim Gesamtverbrauch von Papier weltweit auf Platz vier. Parallel zum steigenden Papierverbrauch ist in Deutschland die Nachfrage nach Recyclingpapier drastisch zurückgegangen. Zu Beginn der 90er Jahre waren zum Beispiel ca. 70 % der Schulhefte aus Recyclingpapier, heute sind es höchstens noch 10 %. Ein Kind in Deutschland hat an seinem ersten Geburtstag bereits dieselbe Menge an Papierprodukten verbraucht wie ein Mensch in Indien nach 57 Jahren. 80 Prozent der Weltbevölkerung verbraucht weniger als 30 - 40 Kilogramm pro Person und Jahr, in Deutschland werden mehr als 200 Kilogramm pro Jahr verbraucht. Rund 13 Millionen Hektar Wald werden weltweit jährlich zerstört. Dies entspricht der Größe Griechenlands. Der Einschlag erfolgt in erster Linie für Bauholz, Zellstoff/Papier und für Brennholz. 42 % des für industrielle Nutzung geernteten Holzes wird zu Papier verarbeitet. Rund 16 % des Holzes für die Papierproduktion stammt aus Urwäldern. Zunehmend entstehen für die Zellstoffherstellung Plantagen, überwiegend in Ländern wie Brasilien, Chile, Südostasien, Südafrika. Laut World-Watch-Institut wird für die Herstellung von einer Tonne Papier die gleiche Menge an Energie verbraucht, wie bei der Herstellung von einer Tonne Stahl.

